Psychotherapie 
 

Psychotherapie hilft, seelische Probleme zu überwinden. Psychotherapie hilft auch, Ziele zu erreichen, die seelische Probleme bislang verhindert haben: eine befriedigende Partnerschaft, berufliches Wohlbefinden und auch körperliche Gesundheit, wenn psychosomatische Beschwerden vorliegen.

Manche Probleme lassen sich vergleichsweise rasch überwinden. Depressionen, Schlafstörungen oder Beziehungsprobleme bessern sich oft nach wenigen Gesprächen. Andere Probleme sind hartnäckiger, sie bestehen schon viele Jahre. Die Psychotherapie wendet sich dann den Knackpunkten zu (den emotionalen Schemata), die für unterschiedliche Probleme verantwortlich sind. Solche Knackpunkte können sein: überhöhte Maßstäbe an sich und andere; Probleme im Umgang mit den eigenen Gefühlen; ein ungünstiger seelischer Selbstschutz; Probleme in der Selbstwertregulation; eine Neigung zu Selbstbestrafung und Ähnliches. An solchen Schemata zu arbeiten kann sehr befreiend sein und macht oft erst möglich, die Probleme zu lösen, die einen Menschen in die Therapie geführt haben.

Eine anfängliche Diagnostik klärt die Faktoren, die für ein Problem verantwortlich sind. Gemeinsam werden dann Ziele und ein Therapieplan festgelegt. Je nach Problem kommen folgende Therapiestrategien zum Zug:

 •  Selbstbeobachtung und Förderung der Selbstwahrnehmung
 • Kleinschrittige Konfrontation mit Gefühlen oder Situationen,
die bisher vermieden wurden
 • Training von Fähigkeiten, die für die Lösung eines Problems notwendig sind
 • Hinterfragen automatisch ablaufender Gedanken und Entwicklung zielführender Gedanken und innerer Haltungen


Diese Methoden stammen aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Wo es die Wirksamkeit erhöht, werden tiefenpsychologische und familientherapeutische Ansätze hinzugezogen. Tiefenpsychologische Methoden helfen komplizierte Beziehungen zu klären und einen wertschätzenden Umgang mit sich selbst einzuüben. Familientherapeutische Ansätze helfen, einen eigenständigen Platz in der Herkunftsfamilie zu finden und auch in der eigenen Familie eine gute Rolle zu finden.

Menschen mit kirchlichem oder freikirchlichem Hintergrund wollen ihren Glauben in der Therapie berücksichtigt wissen. Der Glaube ist eine bedeutsame Ressource, wo Vergebung notwendig wird, wo Abhängigkeiten zu überwinden sind oder wo Sicherheiten vorübergehend aufgegeben werden müssen. Ein therapeutischer Prozess führt oft zu heilsamen Korrekturen im Gottesbild, das gnädigere und liebevollere Züge gewinnt. Die in der Therapie gewonnenen Freiheit macht es leichter, ein Leben zu führen, wie es den Maßstäben des Glaubens entspricht.